Erfahrungsbericht: Aus der Komfortzone in das Fotostudio

Kennst du das? Wenn Du etwas machen sollst, bei dem Du Dich unwohl fühlst, verunsichert bist, vielleicht anfängst zu schwitzen? Dann hast Du die Grenze Deiner Komfortzone erreicht.

Blogtitel: Aus der Komfortzone in das Fotostudio

Die Komfortzone verlassen

Wie nutzt Du nun diese Signale? Du kannst durch neue und ungewohnte Handlungen Deine Komfortzone erweitern. Und einen Schritt raus aus dieser wagen.
D.b. (meiner Meinung nach) nicht, gleich das eigene Leben komplett umzukrempeln, sondern einen Schritt nach dem anderen zu gehen – so ähnlich wie beim Minimalismus: Kleine Schritte.

Jeder Mensch hat andere Routineabläufe und definiert daher seine Komfortzone anders. Was für die eine/den einen große Unsicherheit bedeutet, ist für die andere/den anderen eine Kleinigkeit.
Die Komfortzone zu erweitern, heißt, sich Herausforderungen und Veränderungen zu stellen bzw. umzusetzen. Sei es eine komplett andere Frisur; vor Menschen reden (einen Vortrag halten; im Meeting eine Idee vorbringen); Gespräch mit der Chefin/dem Chef; alleine essen gehen; reisen oder (wie für mich) fotografiert zu werden – im „Selfie-Zeitalter“ kaum zu glauben, gelt?

Bei meinem Arbeitgeber gibt es eine Mitarbeiterzeitung. Wäre ich mit der Firma verheiratet, könnte ich schon die Rosenhochzeit feiern *grins*. Aufgrund dieser langen Firmenzugehörigkeit wurde ich gebeten, ein kurzes Interview zu geben.

Bedingung war allerdings, ein Porträtfoto von mir. Nein, war mein erster Gedanke, ein Foto von mir? Vielleicht geht eine Zeichnung oder ein Bitmoji® (wie ich es bisher in den Sozialen Medien gehalten habe).
Im Gespräch mit meinem Vorgesetzten sagte dieser (…) was haben Sie, es kennt Sie eh jeder (…).

Dieser Satz gab mir zu denken. Wirklich, nach zehn Jahren kennt mich jede/r. Was soll also passieren?

Aus der Komfortzone in das Fotostudio

Kamerascheu: Fotostudio ja/nein?

Ein paar Tage später (wie es der Zufall so will), suchte ich einen Paketshop auf, um mein Bücherpaket auf die Reise zu schicken (bald kommt ein Bericht über die Möglichkeiten, wie Du Bücher los wirst, online). Während ich warte, schaue ich mich in dem kleinen Fotostudio um und ich spüre nur ein wenig Unbehagen, aber nichts, was mich überfordert.
Also, der nächste Schritt: Fragen nach den Kosten für ein Porträtfoto. Wesentlich günstiger als ich dachte. Bevor ich es mir anders überlege, schnell einen Termin für ein Porträtfoto-Shooting vereinbaren.
Der Inhaber erkundigt sich genau, wofür ich ein Porträtfoto benötige. Und gibt mir ebenso Ratschläge meine Kleidung betreffend. 

Im Fotostudio

Eine Woche später stehe ich fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit vor dem Fotostudio.

20 Minuten später

I steh in der Költ’n und woat auf …

… nicht auf ein Taxi, wie im Song von DÖF, sondern noch immer auf den Fotografen.
Dies ist für meine Nervosität gar nicht gut. War vielleicht doch keine gute Idee, mit einem Fotoshooting meine Komfortzone erweitern zu wollen.
Mehrere SMS und ein Telefonat später, stellt sich heraus, der Fotograf dachte, das Shooting sei eine Stunde später.
Also (vom Wind schon recht zersaust) wieder nach Hause.

40 Minuten später

Dieses Mal sind der Fotograf und auch die Visagisten vor Ort. Kurze Besprechung mit C., wie das Make-up aussehen soll und dann geht es los.

Aus der Komfortzone in das FotostudioWährend ich einen leckeren Kaffee schlürfe, werde ich geschminkt.
C. erklärt zwischendurch immer wieder, warum sie dies so oder so macht. Mein Alltags-Make-up unterscheidet sich kaum vom Profi-Make-up. Ein/zwei Tricks kann ich allerdings mitnehmen. Bspw. die Lippen größer schminken: Einen dunkleren Concealer in der Mitte des unteren Lippenrandes auftragen (das lässt es so aussehen, als hättest Du einen Schatten unter den Lippen und erweckt den Eindruck, dass die Lippen hervorstehen, was sie größer aussehen lässt) und mit einem helleren Concealer das Lippenherz highlighten.

Das Shooting

Nach einer guten halben Stunde (wir drei unterhalten uns lebhaft) geht es dann auf „den“ Stuhl *uff*.
Zuerst erklärt P. wie seine Anweisungen Kopf neigen/nach links drehen/nach rechts drehen, etc. zu verstehen sind.
Nach dem Weißabgleich (C. haltet mir eine Graukarte vors Gesicht) sind bereits die ersten Fotos im Kasten.

Wie erwartet, war ich zu Beginn alles andere als entspannt – ist für mich eine ungewohnte Situation. Überall grelle Leuchten; Hintergründe (die immer wieder verändert werden – von weiß, über mittelgrau bis dunkelgrau); Kamerazubehör; Blitzgerät und sonstiger Technikkram.
Ebenso zupft C. von Zeit zu Zeit an meinen Haaren – einmal offen; einmal die Haare hinter die Ohren; usw.

Also, Schauspielerin werde ich keine – ich kann Emotionen nicht auf Knopfdruck abrufen („denk an etwas schönes“ *haha*).

P. verändert immer wieder seine Position, sodass ich aus verschiedenen Blickwinkel fotografiert werde.
Erst beim Ansehen am Bildschirm nehme ich diese Unterschiede überhaupt wahr.
Hast Du bspw. gewusst: Angeblich wollen viele Firmenchefs von unten fotografiert werden? Dadurch wirkt eine Person größer und erhabener. Na ja, bin schon groß genug, noch größer muss nicht sein *grins*.

Wenn ich dachte, das Aufreibendste ist das fotografiert werden an sich, irrte ich mich. Von 88 Fotos ist ein Foto auszuwählen. Zuerst werden die suboptimalen Bilder aussortiert – bei welchen ich die Augen geschlossen halte (sind wenige); bei welchen ich genervt blicke (sind schon mehr); bei welchen ich überhaupt nicht lache oder lächle (sind auch einige). Am Ende bleiben nur noch sechs Fotos übrig.

Zwei Stunden dauert das Shooting (inkl. Schminken und viiiiel plaudern).
Kosten: Ein Foto: EUR 79,00; jedes weitere Foto EUR 15,00; Visagistin: EUR 35,00.

aus der eigenen Komfortzone

Maria Dolores von «MaDo-unterwegs» | Fotocredit @ Fotostudio BehavyVon Zeit zu Zeit ist es erforderlich, seine Komfortzone zu erweitern, um etwas Neues kennenzulernen.

Auch ich machte den ersten Schritt ins Neuland *upps* Fotostudio.
Schlussendlich kann ich sagen, es startete zwar mit einem komischen Gefühl im Magen und Nervosität, aber nach einer Aufwärmphase war es eine gemütliche Stimmung im Studio. Hierbei haben auf alle Fälle das Schminken lassen und der Kaffee geholfen – sowie das Geplauder.

Es hat sich definitiv gelohnt, etwas Neues auszuprobieren und meine Komfortzone in diesem Bereich zu erweitern.

 

Wie ist es mit Dir? Wann hast Du Deine Komfortzone verlassen?

Couch: pixabay – blickpixel
Porträt: Fotostudio Behavy

 

2 Gedanken zu “Erfahrungsbericht: Aus der Komfortzone in das Fotostudio

  1. Ist ein schönes Bild geworden! Ich hab kurz vor Weihnachten eine ähnliche Erfahrung gemacht: bei einem Bekannten Hobbyfotografen im Wohnzimmer ein Portrait als Weihnachtsgeschenk für meine Mutter. War ganz schön anstrengend aber doch erfolgreich…

    • Mit diesem Geschenk hast Du Deiner Mutter sicher viel Freude gemacht.

      Danke für die lieben Worte.
      Mit gefällt das Foto auch *grins*. Finde, es ist kein allzu gestelltes Foto – mit persönlichem Touch, mit welchem ich mich identifizieren kann.

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