Auf ins Abenteuer!
Der portugiesische Jakobsweg, auch bekannt als Caminho Português (da Costa), ist eine beliebte Pilgerroute, die von vielen Wanderbegeisterten aus aller Welt begangen wird. Der Küstenweg beginnt (meistens) in Porto und führt entlang der malerischen Küste Nordportugals mit spektakulären Ausblicken. Danach geht es ins Landesinnere nach Santiago de Compostela in Spanien.
Die Variante Espiritual ist eine besondere Strecke, die eine spirituelle Erfahrung durch einzigartige Natur- und Kulturerlebnisse bietet. Sie umfasst unter anderem eine Bootsfahrt entlang der Ruta del Mar de Arousa y Río Ulla, die eine Nachbildung der Reise von St. Jakobus’ Reliquien nach Santiago darstellt.

Als begeisterte Wanderin und Person, die immer auf der Suche nach neuen Abenteuern ist, habe ich mich entschieden, den portugiesischen Jakobsweg als meine erste Fernwanderung zu unternehmen.
Die Entscheidung fiel auf diesen Weg, da er als eine der einfacheren Jakobsweg-Routen gilt und dennoch eine Fülle von kulturellen und landschaftlichen Höhepunkten bietet. Der Weg ist noch (!) nicht so überlaufen wie andere Jakobswege. Auf vielen Etappen vor Vigo war ich stundenweise so gut wie alleine unterwegs.
Das Ziel dieses Artikels ist es, dir eine detaillierte Aufstellung der Kosten zu geben, wenn du den portugiesischen Jakobsweg da Costa gehst – inklusive der Variante Espiritual.
Eine kleine Kostenexplosion – was dich erwartet
Lass uns mal ehrlich sein, Pilgern ist kein kostenloser Spaziergang. Um dir einen klaren Überblick über die Ausgaben auf dem portugiesischen Jakobsweg da Costa inkl. Variante Espiritual zu geben, habe ich meine Ausgaben in verschiedenen Kategorien detailliert dokumentiert.
Das wird dir helfen, dein Budget besser zu planen und zu wissen, wo du vielleicht noch ein bisschen sparen kannst.
Diese Informationen richten sich besonders an Einzelreisende, da die Planung und Budgetierung für eine Person oft anders ausfällt als für Paare oder Gruppen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten – weil Pilgern mehr ist als nur Laufen

Bei dieser „Reise“ (aka Pilgerfahrt) stand die Natur und das Laufen im Vordergrund. Daher gibt es lediglich zwei Eintrittskarten in dieser Kategorie:
- Aufstieg auf den Turm »Confraria Santa Luzia« in Viana do Castelo.
- Besuch des Klosters »San Xoán de Poio« in Poio.
Diese Besuche boten die perfekte Gelegenheit, eine Pause vom Wandern einzulegen und dabei noch etwas Neues zu erfahren.
Alles, was sonst noch so anfällt – die kleinen Dinge des Lebens

Urlaubsfach bei der Post: Während meiner Abwesenheit muss die Post irgendwo gesammelt werden. Denn nicht immer sind liebe Verwandte zur Stelle, um meine Post entgegenzunehmen. Wichtig ist auch: Es gibt keine Versäumnisse von Fristen. Da RSa- und RSb-Briefe mit dem Vermerk „ortsabwesend“ retourniert werden.
Kerzen in Kirchen/Kapellen: Für die spirituellen Momente, in denen ich eine Kerze angezündet habe.
Überrascht war ich über die vermehrte Nutzung elektronischer Kerzen in Kirchen entlang des portugiesischen Jakobswegs. Mir sind die Vorteile bewusst. Etwa sind elektronische Kerzen sicherer (Brandgefahr wird eliminiert) und kosteneffizienter (sie müssen nicht ständig ersetzt werden und es gibt weniger Reinigungs- und Wartungsaufwand).
Aber für mich ist der Verlust des traditionellen Rituals des Kerzenanzündens ein bedeutender Nachteil. Das Drücken eines Knopfes bzw. das Einwerfen der Münze hat nicht dieselbe symbolische Bedeutung, wie das Anzünden einer echten Wachskerze.
Abgaben und andere Gebühren

Hier finden sich alle zusätzlichen Kosten:
Servicegebühr Airbnb: Die Gebühren, die aus dem Nichts auf der Rechnung erscheinen. Zweimal wurde diese Abgabe fällig.
Tourismusabgabe: Die winzige Gebühr, die Städte und Gemeinden mit einem Augenzwinkern hinzufügen. Bei mir wurde diese Abgabe in Porto verlangt.
Versand Patch
Supermarkt und Markt – der Rettungsanker für dein Budget

Essen und Getränke aus dem Supermarkt oder vom Markt sind oft günstiger als Restaurantbesuche. Diese Ausgaben können sich wirklich lohnen und dir helfen, dein Budget im Griff zu behalten.
Transport – von A nach B und zurück

Flug: Die größte Investition war für mich die An- und Abreise.
Busfahrten von/zum Flughafen: Die Kosten für den Transfer vom Flughafen zum Startpunkt und zurück.
Bspw. schnappte ich mir nach der Landung in Porto den öffentlichen Bus, um in die Nähe meiner Unterkunft zu gondeln.
Bootsfahrten: Besonders relevant auf der Variante Espiritual, wo du auch mal übers Wasser musst.
Ich hatte zwei von diesen aufregenden Abwechslungen: Die Bootsfahrt von Vilanova de Arousa nach Pontecesures (Variante Espiritual) und die Bootsfahrt von Caminha nach A Pasaxe.
Trinkgeld – die kleinen Dankeschöns

Wenn der Service glänzt, lasse ich gerne ein Trinkgeld da – das süße Extra für die aufmerksamen Held*innen der Cafés oder Restaurants. Diese kleinen Beträge können sich im Laufe der Reise durchaus summieren.
Unterkunft – wo du deinen müden Kopf hinlegst

Ob du nun in einem Hostel, einer Pension oder einem Hotel nächtigst – vom gemütlichen Gemeinschaftsschlafsaal bis zum luxuriösen Einzelzimmer ist für jede*n etwas dabei.
Neugierig auf die besten Tipps und detaillierte Informationen? Dann wirf einen Blick auf meinen Blogartikel „Übernachtung am Portugiesischen Jakobsweg“ – dein Kompass für die perfekte Unterkunft!
Schlemmen und Genießen – oder einfach nur satt werden

Diese Kategorie deckt alles ab, was ich in Restaurants und Cafés an Essen und Getränken ausgegeben habe. Von der schnellen Tapas-Bar bis zum schicken Restaurant – hier geht’s um die tägliche Verpflegung.
Und meine leckeren Kaffees in einheimischen Panaderias.
Vorbereitungskram

Bücher und Reiseführer: Klar, Google ist toll, aber manchmal benötige ich einfach ein echtes Buch in der Hand.
Göffel: Ein Kombinationsbesteck, das dir das Leben retten wird, wenn du mal wieder keinen Löffel findest.
Patch: Ein kleines Andenken oder Erkennungsmerkmal für den Rucksack. Damit alle wissen, dass du wirklich auf Pilgerreise bist. *grins*
Compostela: Pilgerpass – unbezahlbar, aber leider nicht kostenlos. Ich habe meinen ersten Pilgerausweis beim Verein Jakobsweg Wien bestellt.
Der Pilgerpass ist ein kleines aufklappbares Büchlein (cirka A6), das dich als Pilger*in ausweist. Und dir die Übernachtung in den günstigen Pilgerherbergen auf dem Jakobsweg ermöglicht.
Außerdem sammelst du darin Stempel von Cafés, Restaurants, Herbergen und sonstigen Einrichtungen (etwa von Kirchen, Klöstern oder Stadtinformationen), die du entlang des Weges besucht hast.
Nur mit einem ausgefüllten offiziellen Pilgerausweis kannst du dir am Ende deiner Pilgerreise die sogenannte Compostela (Pilgerurkunde) ausstellen lassen.
Dafür musst du mindestens zwei Stempel pro Tag in deiner »Credencial del Peregrino« haben, und das über mindestens die letzten 100 Kilometer (per Fahrrad 200 km) vor Santiago de Compostela.
Tipps zur Budgetplanung und mögliche Einsparungen
Eine Pilgerreise ist eine ganz besondere Möglichkeit, um unvergessliche Erlebnisse und tiefgreifende Erfahrungen zu sammeln. Sie ist allerdings auch eine finanzielle Herausforderung, insbesondere, wenn du alleine reist.
Damit du deinen Weg unbeschwert genießt, habe ich dir einige wertvolle Tipps zur Budgetplanung und Einsparmöglichkeiten zu den oben erwähnten Kategorien zusammengestellt.
Übernachtung
Die Kosten für Übernachtungen variieren auf dem Jakobsweg stark. Wie schonst du nun dein Budget?
Herbergen (Albergues): Öffentliche und private Herbergen sind die günstigste Option, oft kosten sie zwischen EUR 10,00 und EUR 15,00 pro Nacht.
Pilgerherbergen sind exklusiv für Pilger*innen. Perfekt also, um andere Personen kennenzulernen und Geschichten auszutauschen.
Hostels und Pensionen: Ein kleines Upgrade gefällig? Dann bieten Hostels und Pensionen eine gute Alternative. Preise liegen hier zwischen EUR 20,00 (Mehrbettzimmer) und EUR 40,00.
Hotels und Gästehäuser: Für noch mehr Ruhe und Privatsphäre wähle Hotels und Apartments. Preise beginnen bei etwa EUR 50,00.
Camping: Falls du ein Zelt mitnimmst: Es gibt entlang des Weges auch einige wenige Campingplätze.
Bei der Verpflegung sparen
Selbst kochen: Kaufe Lebensmittel in Supermärkten und koche selbst, anstatt jeden Tag auswärts zu essen. Viele Hostels haben Gemeinschaftsküchen, die du nutzen kannst.
Ich habe etwa in den Kitchenettes meiner Airbnb-Unterkünfte gekocht.
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In all meine Beiträge stecke ich enorme Zeit, Gedanken, Liebe und Ressourcen. Du hast hier wertvolle Anregungen gefunden? Dann überlege bitte, ob du meine Arbeit unterstützt. Mit einer Tasse Kaffee tippe ich umso schneller *lach*. Und wenn du bereits gespendet hast, dann danke ich dir von ganzem Herzen. |
Transportkosten minimieren
Natürlich gehst du den Jakobsweg zu Fuß – das ist schließlich der Sinn der Sache und gleichzeitig die günstigste Option.
Günstige Flüge zu ergattern ist eine Kunst für sich: Früh buchen und Preise auf verschiedenen Portalen zu vergleichen, ist das A und O. Flexibilität bei den Reisedaten kann wahre Wunder bewirken!
In meinem Fall war der Flug allerdings der größte Brocken im Budget. Ich hatte mich für einen Gabelflug entschieden: von Wien nach Lissabon, dann nach Porto und von Santiago de Compostela zurück nach Lissabon und schließlich nach Wien.
Öffentliche Verkehrsmittel: Solltest du mal eine Pause brauchen oder längere Abschnitte überbrücken wollen, sind Busse eine gute und günstige Alternative.
Ausrüstung clever kaufen
Eine gute Vorbereitung zahlt sich immer aus und hilft dir, unnötige Ausgaben zu vermeiden.
Gebrauchte Ausrüstung: Schau nach Second-Hand-Ausrüstung oder leihe dir Dinge, die du nur einmalig benötigst.
Auf Willhaben findest du etwa bei „Schlafsäcke/Isomatten“ 1.165 und bei „Wanderrucksäcke/Taschen“ 6.839 Angebote (Abruf 24. Juli 2024).
Apps und Reiseführer: Nutze kostenlose oder günstige Apps und Reiseführer, die dir bei der Navigation und Planung helfen. Sie bieten wertvolle Einblicke und die neuesten Informationen. In meinem vierten Artikel der Serie „CaminoGeschichten“ stelle ich meine bevorzugten Ressourcen vor. Ein kleiner Vorgeschmack: Die App „Buen Camino“ ist besonders zu empfehlen.
Bücher und Reiseführer kannst du oft in Bibliotheken ausleihen oder über Plattformen wie rebuy oder bookbot günstig erwerben.
Sehenswürdigkeiten – Was gibt’s zu sehen?
Viele Kirchen und historische Stätten entlang des Jakobsweges sind kostenlos zugänglich. Schau dir diese wunderschönen Orte an und tauche in die Geschichte ein.
Und vergiss nicht die Naturschönheiten: Die malerische Landschaft selbst bietet unzählige, atemberaubende Ausblicke, die völlig gratis sind.
Trinkgelder – Wie viel gibst du aus?
Trinkgeld ist eine freiwillige Zahlung. Wie viel du gibst, hängt ganz von dir ab.
Wenn du kein Trinkgeld geben willst, kannst du deine Anerkennung für die Servicequalität und/oder Dienstleistungen auch anders ausdrücken, zum Beispiel durch eine positive Bewertung.

Restaurants/Cafés – Wo isst du?
Auch hier lässt sich sparen, ohne auf Genuss zu verzichten:
Pilgermenüs: Viele Restaurants bieten spezielle Menüs für Pilger*innen an, die preiswert und nahrhaft sind. Oder nutze das Mittagsmenü (Menú del Día) in Restaurants.
Beachte: Oft sind die Pilger- und Mittagsmenüs Fleischspeisen.
Entdecke die kulinarische Vielfalt abseits des Jakobswegs. Auch wenn die Restaurants und Cafés nicht direkt am Weg liegen, lohnt sich ein kleiner Umweg allemal. Denn nur ein paar Meter ins Landesinnere (vom Küstenweg gesehen) findest du oft noch günstigere Angebote. Und das Beste daran: Du kannst dich durch die lokale Küche schlemmen und dabei noch dein Portugiesisch und Spanisch verbessern.
Frühstück: Einige Herbergen bieten ein einfaches Frühstück für etwa EUR 5,00 an.
Trage immer eine Wasserflasche bei dir und fülle sie an den zahlreichen Trinkbrunnen entlang des Weges auf.
Genießen und clever sparen
Also, du siehst, Pilgern kostet ein wenig, aber mit einer guten Planung kommst du bestens zurecht. Lass dich von den Kosten nicht abschrecken, denn die Erfahrungen und Erlebnisse auf dem portugiesischen Jakobsweg da Costa sind es definitiv wert.
Jede kleine Einsparung summiert sich und hilft dir, deine Reise ohne finanzielle Sorgen zu genießen.
Bereit für dein Pilgerabenteuer? Dann pack deinen Rucksack und los geht’s.
Buen Camino!
Ein externer Link führt von mado-unterwegs.com weg und verweist auf eine andere Website.
Auf meinem Blog verfasse ich Artikel über meine Reisen und Orte, an welchen ich war. Und gebe gelegentlich auch Minimalimus- und Nachhaltigkeitstipps. Du findest aber ebenso Gedankenstupser-Posts.
In den Artikeln verlinke ich teilweise zu Unterkünften; bestimmten Orten, wie Nationalparks, Restaurants, Cafés, Museen etc. Und zu Produkten, die ich empfehlenswert finde.
Dies kennzeichne ich mit { Werbung }, um den Charakter des Posts zu verdeutlichen. Und da ich ja Leser*innen dazu motiviere, in dieser Unterkunft zu übernachten oder eine bestimmte Ware zu kaufen.
Ist ein Beitrag nicht explizit als { bezahlte Werbung } gekennzeichnet, habe ich für eine solche Verlinkung keine Gegenleistung erhalten – weder durch einen Rabatt noch durch eine kostenlose Hotelübernachtung, ein PR-Sample oder was auch immer.
Ich empfehle auf meinem Blog unbezahlt Dinge, die mir gefallen. Sollte mir etwas nicht gefallen (haben), schreibe ich das übrigens genauso.
Entgegen vieler anderslautender Klischees über Reiseblogger*innen finanziere ich meine Reisen selbst. Mit meinem Geld. Aus eigener Tasche.
Sollte es in wenigen Fällen eine Gegenleistung geben – sei es eine Einladung zu einer Übernachtung, ein Essen, einen Rabatt, ein Produkt oder gar Geld, ist dies im Beitrag vermerkt mit { bezahlte Werbung }.
Es ist unnötig zu betonen, dass meine persönliche Meinung nicht beeinflusst wird und in keinem Fall käuflich ist.
Ein Werbelink ist ein Affiliate Link.
Dieser dient zur Orientierung und schnellem Finden des von mir beschriebenen Produktes, der Dienstleistung oder der Unterkunft.
Wenn du also auf so einen gekennzeichneten Affiliate Link klickst, wirst du auf die Seite des entsprechenden Händlers weitergeleitet. Solltest du dann ein Produkt/eine Dienstleistung kaufen oder Übernachtungen buchen, bekomme ich je nach Erfolg eine kleine Provision ausgezahlt.
Für dich entstehen dadurch natürlich keine zusätzlichen Kosten – d. h. für dich bleibt der Preis gleich! Du kannst den Artikel/die Dienstleistung/die Unterkunft selbstverständlich auch über andere Links/Websites/(Online-)Shops kaufen/buchen. Bspw., indem du ein neues Browserfenster öffnest und die entsprechende Internetseite direkt eingibst.
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