Blogparade: Welche Aspekte des Minimalismus lebst Du?

Vor dem Spiegel drehe ich mich mehrfach im Kreis wie ein/e Tänzer/in, streiche über den neuen kuschelweichen Kurzmantel, bewundere mich……
Ein Jahr zuvor lief der Film 101 Dalmatiner™ in Österreich in den Kinos an und nun sind diese weißen Kurzmäntel mit vielen schwarzen Punkten extrem in Mode. Ich musste unbedingt auch so einen Mantel haben.

Zeitsprung ins Jetzt.

Blogtitel: Blogparade: Welche Aspekte des Minimalismus lebst Du?

Hast Du die Wichtigkeit mancher Anschaffungen schon mal hinterfragt oder gedenkst nun, das zu tun?

Fehlkäufe kamen in jüngeren Jahren immer wieder vor. Aber diese Episode vor etlichen Jahren war das Schlüsselerlebnis, über meine Anschaffungen genauer nachzudenken. Denn der „Haben-Wollen-Mantel“, welchen ich schlussendlich von meinen Großeltern bekam, hing jahrelang im Kleiderkasten und wurde von mir vielleicht zweimal angezogen. Erinnerte mich aber immer wieder daran, dass ich diesen Mantel (stellvertretend für viele andere Dinge) nicht brauchte, sondern einfach nur wollte.

Heute überlege ich mehrmals, gründlich, tagelang (oder bei größeren Käufen auch wochenlang), ob eine Anschaffung wirklich erforderlich ist oder ich unter Umständen vielleicht doch darauf verzichten kann.

Primär lege ich mein Hauptaugenmerk auf den Umweltschutz. Welcher (meiner Meinung nach) mit Minimalismus und Nachhaltigkeit, da weniger Konsum, einhergeht.
Vieles ersetze ich durch plastikfreie und/oder müllreduzierte Alternativen: Meine Kaffeemaschine (Kapselmaschine) hat nach mehreren Jahren immer öfter Probleme gemacht. Zunehmend störte mich der riesige Berg an Müll, welchen ich beim Kaffee machen hinterlasse. Ja, der Kaffee geht ruckzuck, aber der Müll verschwindet nicht ruckzuck. Auch, wenn ich die Kapseln korrekt entsorge.Blogparade: Welche Aspekte des Minimalismus lebst Du?: Meine Kaffeezubereitung mit Handfilter

Habe mir nun (super minimalistisch *zwinker*) einen Handfilter aus Keramik gekauft. Kein Müll, bzw. lediglich Biomüll (rot von den fünf „Rs“ des müllfreien Lebens – kompostieren). Und die Kaffeezubereitung wurde zu einem entspannenden Ritual: Kaffeebohnen in der Handmühle mahlen, den frischen Kaffeeduft, der durch die Küche zieht, genießen und dann mit dem Handfilter aufgießen *ohmmmm*.

Oder ich habe nun statt der Spülbürste aus Plastik eine Spülbürste aus Naturborsten (Fibre). Der Bürstenkopf kann auch gewechselt werden – so muss ich nicht immer die komplette Spülbürste entsorgen.

Sehr oft kaufe ich auch Second Hand-Ware – dies ist für mich ebenso Minimalismus, weil weniger Neuware.

Die genannten Beispiele sind für mich bewusster Konsum.

Was ist Dir als besonders unnötig aufgefallen?

Verschiedenes muss ich nicht besitzen. Bspw. Bücher (ausgenommen Fachbücher), aber Romane oder Reiseführer (perfektes Beispiel *grins*) benötige ich nicht als eigene Anschaffung und kann ohne Probleme darauf verzichten.

Der Reiseführer ist, kaum, dass ich ihn gelesen habe, schon wieder veraltet. Lieber borge ich mir diesen aus der Bibliothek aus. Und wieder ein Kauf, ein Besitz, eine Abhängigkeit weniger.
Bereits hier habe ich von meiner Mitgliedschaft in der Bibliothek geschwärmt und die Möglichkeit von offenen Bücherschränken vorgestellt.

Woraus ich mir noch nie etwas machte, ist der Prestige-Einkauf – Luxusauto (habe gar kein Auto *lach*) oder immer das neueste Mobiltelefon. Ich muss mir mit Luxusartikeln (welcher Art auch immer) nichts beweisen.

Schritt für Schritt befreie ich mich von meinem angesammelten Besitztümer, die sich nun für mich als unnötiger Ballast herausstellen.
Ich brauche keine 20 verschiedenen Handtaschen. Es reichen auch 10 (ist noch immer viel, wenn ich bedenke, ich kann eh nur eine Handtasche mitnehmen).
Etliche Handtaschen verkaufe ich über Second Hand-Plattformen (hier habe ich die App willhaben® vorgestellt) oder verwende sie für ein Upcycling-Projekt.

Gibt es Lebensbereiche, in denen Du Minimalismus nicht umsetzen willst?

Ganz besonders gerne sehe ich mir die Welt an – d.h. ich verreise sehr gern. Minimalismus kann ich hier kaum umsetzen. Obwohl, vielleicht doch? Oft bestehen meine Unterkünfte aus Zelten oder einfachen Zimmern. Und bei Städtereisen buche ich in letzter Zeit (habe ich erst vor einem Jahr entdeckt – spät, aber doch *zwinker*) über AirBnB®.

Ein weiterer Bereich, wo ich nur wenig auf Konsum verzichte ist … Essen. Ich bin schon seit meinen Teenagertagen Ve­ge­ta­ri­a­ne­rin. Allerdings genieße ich Essen und gebe dafür auch gerne mehr aus – bspw. in Restaurants beim gemütlichen (und stundenlangen) Zusammensein mit Freund/inn/en oder in Bioläden beim Gustieren.

Im Bereich Badezimmer wird das „einfach Leben“ für mich schon schwieriger. Hier mache ich nur Minischritte, denn ich habe eine Schwäche für Make up und Nagellack. Mittlerweile kaufe ich aber nicht jede Nagellack-Limited Edition und nicht jede neu auf den Markt gekommene Creme. Und Körperpeeling mache ich jetzt selbst – easy-peasy mit Kaffeesud und Kokosöl.

Blogparade: Welche Aspekte des Minimalismus lebst Du?: Pusteblume | Fotocredit @ pixabay - HG-FotografieMinimalismus …

…. beschränkt sich für mich nicht nur auf das Materielle, sondern auch auf Aktivitäten oder Personen, sprich Energieräuber/innen. Wenn ich diesen Bereich in meinem Leben vereinfache, also Energieräuber/innen vermeide (leider ist es nicht möglich alle aus dem Leben zu verbannen), dann fühle ich mich so viel leichter und bin auf dem Weg zu einem enspannteren und einfacherem Leben – zu einem Mehr an Lebensqualität.

Starrköpfiges Umsetzen von Minimalismus lehne ich ab.
Jeder Weg ist anders und einzigartig. Gehe Deinen Schritt für Schritt (mit Höhen und Tiefen).  Für die/den einen ist der Weg zum Minimalismus inspirierend, für die/den andere/n Unfug. Entscheide Du selbst.

Welche (Alltags)Gewohnheiten hast Du bereits verändert?
Mit dem Beitrag nehme ich an der Blogparade  «Welche Aspekte des Minimalismus lebst Du?» von Alexander teil. Den Aufruf zur Teilnahme habe ich auf der Website von Manuel gefunden.

  = Externer Link, der von mado-unterwegs.com wegführt.
 Pusteblume: pixabay – HG-Fotografie

 

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