Deutschland: Düsseldorf und Essen: Acht Geheimnisse … oder auch nicht

Nach rund 90 Min. Flugzeit lande ich am zweitgrößten Flughafen in Deutschland. Der Flug mit Air Berlin PLC & CO. Luftverkehrs KG kostete EUR 108,66 (inkl. Steuer, Zuschläge und sonstige Gebühren).

Blick auf Düsseldorf vom Tonhallen-Ufer (Düsseldorf - Deutschland)

Warum fliege ich für knapp 24 Stunden nach Nordrhein-Westfalen? Zu Silvester 2014/2015 lernte ich auf einer Norwegenreise P und K kennen. Da uns und einigen anderen Teilnehmer/innen diese Reise äußerst gut gefallen hat, überlegen wir 2018 erneut nach Norge zu fahren. Dieser Kurzaufenthalt in Essen war – unter anderem – für die Planung der Reise gedacht.

In DüsseldorfEntdeckt beim Rundgang durch Düsseldorf (Deutschland): Hausfassade mit insgesamt 18 verschieden großen Glocken

Nach der Begrüßung am Flughafen, beginnen wir einen kleinen Rundgang am Tonhallen-Ufer, weiter über die Altstadt zur Königsallee (hier befindet sich das “Goldene Quartier” von Düsseldorf – also die Geschäfte der internationalen Luxusmarken).
Zu Mittag essen P und ich in einem kleinen libanesischen Lokal ein äußerst leckeres Falafelsandwich.

Durch einen kleinen Markt geht es anschließend über die Rheinuferpromenade und nach einem gemütlichen Kaffee-Zwischenstopp wieder zurück zum geparkten Auto.

Essen »Grüne Hauptstadt Europas«

Auf geht’s zur Maggihöhe

Nein, damit ist nicht das Flüssiggewürz, sondern die »Margarethenhöhe«, welche Margarethe Krupp ab 1906 für die Arbeiter der Stahlwerke bauen ließ, gemeint. Ihr war es wichtig, dass die Arbeiter ein schönes Heim mit Garten zur Verfügung hatten. Diese Häuschen sehen sehr niedlich aus. Ob ich hier wohnen möchte? Mal abgesehen von einer angeblichen Wartezeit von rund 10 Jahren, liegen mir auch Vorschriften, wie mein Garten auszusehen hat, damit alles wie ein geschlossenes Ganzes (oder gleich, je nach Sichtweise) wirkt, nicht.

Straßenschild "Schöngelegen" - entdeckt auf der Margarethenhöhe in EsseAber: Die Straßennamen sind doch ein Hingucker, oder?

Bevor wir in der Wohnung von P und K die bestellten Pizzen genießen, begleitet mich P noch in ein Einkaufszentrum zum Beautyartikel shoppen. Etliche Marken gibt es in Österreich nicht zu kaufen bzw. sind diverse Artikel in Deutschland wesentlich günstiger *spare, spar*.

Stadt-Besichtigung

Am nächsten Tag (Samstag) unternehmen wir einen Rundgang durch die Essener Innenstadt. An der »Alten Synagoge« über den »Essener Dom« mit der »Goldenen Madonna« vorbei. Die »Goldene Madonna« ist das bedeutendste Kunstwerk des Ruhrgebiets – aus Pappelholz geschnitzt und mit Goldblech verkleidet.

Ich gehe sehr gerne auf Flohmärkte. Daher hat mich der Insider-Tipp »Konsumreform Shop« besonders gefreut.

Im hinteren Teil eines Kaffeehauses, ist es möglich ein Regal zu mieten. Es gibt verschiedene Regalarten – bspw. ein Regal mit 3 Fachböden und einer KleideIm Second-Hand-Geschäft "Konsumreform Shop" in Essen (Deutschland): Reihe, bestehend aus Regalen mit je drei Fachböden und einer Kleiderstange.rstange oder ein Regal mit 5 Böden. In das Regal räumt der Mieter/die Mieterin ihre Ware ein und während der Öffnungszeiten (Montag bis Samstag von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr) können die Käufer/innen stöbern.

Vorteile dieses Systems aus meiner Sicht sind: Der Flohmarkt findet nicht nur an bestimmten Tagen statt; ist indoor; der Verkäufer/die Verkäuferin muss nicht ständig vor Ort sein – natürlich ist es erforderlich, sich um “sein” Regal zu kümmern und nachzuräumen. Diese Arbeiten können aber zu unterschiedlichen Zeiten erfolgen.

Verkauft kann alles werden: Von Kleidung bis zu Geschirr und Pflegeprodukten habe ich alles Mögliche gesehen. Und die Preise sind äußerst günstig – ein neuwertiger Rock von Esprit® hat um EUR 3,50 eine neue Besitzerin gefunden *lach*.

Diese Art von Second-Hand-Laden kannte ich bisher nicht – ist aber genial. Gibt es das in Wien auch? Mir sind lediglich die Ladenkonzepte für (Start up) Handwerker/innen und/oder Designer/innen bekannt.

Welterbestätte »Zeche Zollverein«

Bevor die restlichen Reisebekanntschaften in Essen eintreffen, fahren wir kurz nach Mittag – nun bereits zu fünft – zum Weltkulturerbe der UNESCO »Zeche Zollverein«.
1847 erwarb der Kaufmann Franz Haniel ein Grubenfeld; 1851 wurde hier die erste Steinkohle gefördert; 1932 nahm die Schachtanlage »Zeche Zollverein Schacht XII« den Betrieb auf; 1957 kam eine Kokerei dazu. 1986 wurde die Anlage stillgelegt.

Mit einem kleinen Bummelbus (Kosten EUR 5,00, Dauer cirka 25 Minuten) fahren wir – in Decken eingemummelt, da der Wind eisig weht – über das riesige Gelände. Am Übertagegebäude Zollverein; dem Schacht XII; der Kokerei; der Halde (mit Skulpturenwald) und mehreren anderen Bauten entlang.
Auch kommen wir an einem grauen Kubus des japanischen Architekturbüros Sanaa vorbei. Die Fenster des Gebäudes sind unterschiedlich groß – daher ist von außen nicht zu erkennen, aus wie vielen Geschoßen dieses Bauwerk besteht. Doppelbockfördergerüst in der "Zeche Zollverein" (Essen - Deutschland)

Auf dem Areal befinden sich weiters das »Ruhr Museum«, welches die Geschichte des Ruhrgebietes von der vorindustriellen Zeit bis zur Gegenwart beschreibt.

Und im ehemaligen Kesselhaus ist das »Red Dot Design Museum« (Eintritt EUR 6,00) beheimatet. Hast Du gewusst, dass in Essen auch immer der »Red Dot Design Award« vergeben wird? Nein? Nun, im Museum ist es möglich, sich alle Gewinner/innen des wichtigsten Designpreises anzusehen – von der Armbanduhr bis zur Küchenmaschine.

Du kannst ebenso an diversen Führungen teilnehmen; im Museumsshop in etlichen Büchern schmökern und sie kaufen *lach* oder die 58 Meter lange freistehende Rolltreppe benützen, um Essen von oben zu betrachten.

An diesem Wochenende hat der »Design Gipfel« in der Halle 5 der »Zeche Zollverein« stattgefunden. Ähnlich wie in Wien stellten hier Start ups ihre Produkte aus – bspw. gab es Schmuck aus Telefonbüchern oder Telefonkabeln (aus der Wendelschnur); Beanies aus alten T-Shirts; Turnbeutel (sind anscheinend nach wie vor modern); Keramik – hier haben mir einige Stücke sehr gut gefallen, leider ein wenig schwierig mit dem Transport.

Mit der Strassenbahn 107 geht es am frühen Abend wieder Richtung Essen und Hotel.

Nachdem unsere “Norwegen-Truppe” nun komplett ist, genießen wir abends im »Welcome Hotel Essen« ein äußerst leckeres 4-Gänge-Menü. Und die Diskussion über die idealste Reiseroute kann beginnen…….

Villa Hügel

Am Sonntagvormittag auf dem Weg zum Flughafen machen wir noch einen kleinen Abstecher zur »Villa Hügel«.
Um den weitläufigen Park, einige der 269 Zimmer (da ist einiges zu putzen *zwinker*) sowie die Ausstellung »Humboldt dankt, Adenauer dementiert«, welche erst am 25. März eröffnet hat, zu besichtigen, ist ein Eintritt von EUR 5,00 zu zahlen.

Die Villa erinnert mich ein wenig an Schloss Schönbrunn – imposant, mit mehreren Veranden, … Wie dieses wurde »Villa Hügel« als Wohnsitz gebaut. Allerdings nicht für eine Kaiserin, sondern für Alfred Krupp und dessen Familie.
Von der Rückseite dieses historischen Gebäudes erkenne ich – zwischen Äste hindurch – den Baldeneysee.

In der Gartenanlage "Villa Hügel" (Deutschland - Essen)Leider hatten wir nicht sehr viel Zeit. Daher schlenderten wir nur kurz durch die Parkanlage, in welcher (und auch im Gebäude selbst) derzeit Umgestaltungsmaßnahmen im Gange sind.

Für die oben erwähnte Ausstellung haben wir uns dennoch Zeit genommen.

Diese ist sehr kurzweilig. Die Familie Krupp hatte mit den unterschiedlichsten Personen aus diversen Kreisen Kontakt. Spannend zu sehen ist, wie sich die Schreibsprache im Laufe der Jahre ändert – wer schreibt heute noch “wohlgeboren” oder “Genugthuung”?

Vom chinesischen Abgesandten über Albert Schweitzer, Konrad Adenauer oder Herbert von Karajan, um nur einige zu nennen, gibt es Schriftstücke. Anfangs sind die Briefe handschriftlich – mit Transkription in die lateinische Schrift, um wenigsten etwas lesen zu können. Gegen Ende der Ausstellung wurden die Briefe bereits mit der Schreibmaschine geschrieben.
Die Ausstellung ist sehr gut aufbereitet: Die 44 Dokumente wurden immer wieder mit Fußnoten (also weiterführenden Erklärungen) versehen, wenn sich die Texte auf Personen beziehen, die vielleicht (oder eher wahrscheinlich) sonst niemanden kennt.

Die acht Geheimnisse, kurz und bündig enthüllt:

  1. Düsseldorf hat den zweitgrößten Flughafen Deutschlands.
  2. Nicht in New York, sondern in Düsseldorf gibt es die größte japanische Community außerhalb Japans.
  3. Am 01. Juli 2017 beginnt in Düsseldorf die Tour de France (Grand Départ).
  4. Essen ist 2017 »Grüne Hauptstadt Europas«.
  5. Seit 2001 ist die »Zeche Zollverein« UNESCO-Weltkulturerbe.
  6. Jährlich wird in Essen der »Red Dot Design Award« vergeben.
  7. Dauer-Flohmarkt »Konsumreform Shop« in der Viehoferstraße in Essen.
  8. Briefe aus dem historischen Archiv Krupp zum (Nach)Lesen – bis zum 08. Okt. 2017.

Kennst Du noch etwas Unerforschtes *grins* von Essen oder Düsseldorf? Dann lass es mich und die anderen Leser/innen wissen….

Slideshow

Wenn Du virtuell in Düsseldorf und Essen unterwegs sein willst:

2 thoughts on “Deutschland: Düsseldorf und Essen: Acht Geheimnisse … oder auch nicht

  1. Herzlichen Dank für den wunderbaren Reisebericht, so schön ist der Ruhrpott. Es war mit Euch ein sehr schönes Wochenende, mehr davon. Lieben Gruß Karsten und Petra aus Essen

    1. Liebe Petra, lieber Karsten,
      vielen, vielen Dank für Euer Feedback.
      Es war eine sehr kurzweilige Zeit in Essen (und Düsseldorf). Leider, leider viel zu kurz *schluchz*. Das nächste Mal sind wir dann auch mehr in Museen unterwegs….
      Beste Grüße, Maria

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